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400 Mieter*innen im Nahariyakiez präsentieren Brandbrief gegen Adler Group

Ein Mikrofon-Symbol

400 Mieter*innen im Nahariyakiez präsentieren Brandbrief gegen Adler Group +++ „Längste Mängelliste Lichtenrades” von Hochhaus heruntergelassen +++ Einladung: Übergabe des Brandbriefes vor der Adler-Zentrale, Montag, 24.08., 11 Uhr, Charlottenstraße 4, Berlin-Mitte +++

Um die massiven Missstände in ihrer Siedlung anzuprangern, präsentierte die Mieter*inneninitiative Nahariyakiez (MiNa) in Lichtenrade am Sonntag, den 23.08. im Rahmen eines Kiezfestes einen Brandbrief, den 400 Mieter*innen unterschrieben haben. Der Brandbrief prangert massive Mängel, Missstände und unlautere Geschäftspraktiken der Adler Group an, die seit Jahren bestehen. Das Kiezfest fand in Kooperation mit der Stadtteilgewerkschaft Lichtenrade Solidarisch und dem Kiezteam Tempelhof-Schöneberg der Initiative Deutsche Wohnen und Co. Enteignen statt.

Die Mieteninitiative forderte die anwesenden Kandidat*innen für das Abgeordentenhaus von Grünen, Linken und SPD sowie Bezirksbürgermeister Jan Oltmann auf, gegenüber der Adler Group härter durchzugreifen: „Adlers Geschäftspraktiken sind verantwortungslos. Ein Konzern, der sich so verhält, darf kein Vermieter sein.”, so Mieterin Daniela S.: „Wir erwarten die volle Unterstützung vom Bezirk und dem zukünftigen Berliner Senat. Sie sollten nur versprechen, was Sie auch halten können. Wer vor der Abgeordnetenhauswahl behauptet, sich für Mieter*innen einzusetzen, muss das hier bei uns beweisen.” Die Mieter*innen nutzten die Gelegenheit, mit Bezirksbürgermeister Jan Oltmann (Grüne) ins direkte Gespräch zu gehen und mehr Unterstützung von Seiten der Politik einzufordern.

Beim Kiezfest ließ die Initiative ein 10 Meter langes Banner, „die längste Mängelliste Lichtenrades“, von einem der Adler-Häuser herab, das die Probleme und Mängel in der Siedlung auflistet. „Unsere Wohnungen und unsere Siedlung zerfallen jeden Tag mehr. Ratten, Schimmel und Wasserschäden sind für viele Familien eine gesundheitliche Bedrohung und eine Zumutung”, so Andrea V., ebenfalls Mieterin in der Siedlung.

„Die Fahrstühle gehen ständig kaputt. Dann kommen die Mieter*innen aus dem 7. Stock nicht mehr nach Hause, denn niemand trägt sie nach oben – zumindest niemand von der Adler Group“, ergänzte Daniela S. Und sie mahnte: „Wir möchten Sie erinnern: Eigentum verpflichtet. Bitte kommen Sie dieser Verpflichtung nach.“

Am Folgetrag des Kiezfests wird die Initiative den Brandbrief inklusive Unterschriften an die Geschäftsstelle der Adler-Group in Berlin-Mitte überreichen.

Wann: Montag, 24.08., 11 Uhr
Wo: Adler-Zentrale, Charlottenstraße 4, 10969 Berlin.

Da Adler postalisch nur sehr unzuverlässig zu erreichen ist, werden wir den Brief per Gerichtsvollzieher zustellen und kommen zur Sicherheit auch noch einmal selbst vorbei!”, so Daniela S. von der Mieter*inneninitiative.

Presservertreter*innen sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen.

Die Mieter*inneninitiative fordert in ihrem Brandbrief u.a.:

  • die Beseitigung aller Mängel in allen Häusern, insbesondere
    • die Schimmelbeseitigung in den Wohnungen
    • die Reparatur der Wasserleitungen
    • die sofortige Reparatur aller kaputten Fahrstühle in den bis zu 11 Stockwerke hohen Häusern
  • ein direktes Gespräch zwischen Verantwortlichen der Adler Group und Mieter*innen über die Zustände in den Häusern

Weitere Forderungen der Kundgebung:

Sigrid D. Vom Berliner Mieterverein: „Hoffentlich können wir nach der Wahl endlich die großen Immobilienkonzerne enteignen. Das wäre eine Option, Adler die Flügel zu stutzen – bis nichts mehr übrig ist.“

Eine Mieterin der Mieter*inneninitiative Berliner Bündnis gegen Vonovia und Co verlas einen Brief: „Wir machen bis heute von unserem Rückhaltungsrecht Gebrauch. In anderen Worten: Wir sind im Heizkostenstreik wegen der fehlerhaften Heizkostenabrechnung. Und sobald wir einmal angefangen hatten, Fehler in den Abrechnungen von Ganovia zu finden, fanden wir sie überall.“ Und auch sie richtete ein Wort an die anwesenden Politiker*innen: „Die Wohnungen, die Ihre Parteien verscherbelt haben, kommen dahin nun zurück, wo sie hingehören: Ins Gemeineigentum. Denn solche Investoren wie Adler und Vonovia brauchen wir nicht, da nehmen wir es lieber selbst in die Hand!“

Eine Vertreterin von DWE verdeutlichte die politische Relevanz des Protests der Mieter*innen: „Wenn Adler hier die Mieten – häufig illegal – erhöht, hebt das den Mietspiegel für ganz Lichtenrade. Wenn Adler das in allen seinen Siedlungen macht, hebt es den Mietspiegel für die ganze Stadt. Wenn Adler damit durchkommt, Legioniellen nicht zu melden, Wohnungen verschimmeln zu lassen und das Wasser abzustellen, sind das Präzedenzfälle für die ganze Stadt.”

„Dieser Brandbrief ist auch eine Warnung an Adler: Gemeinsam könnt ihr uns nicht abwimmeln“, betonte ein Vertreter von Lichtenrade Solidarisch.

Die MiNa sind Mieter*innen der Nahariya-Siedlung, die seit zwei Jahren im Kiez aktiv sind. Der Brandbrief wurde im November 2025 auf einer kiezweiten Mieter*innenversammlung beschlossen und von 400 Mieter*innen unterzeichnet. In der MiNa unterstützen sich Mieter*innen gegenseitig und tragen Missstände in der Siedlung gemeinsam zusammen, so zuletzt einen siedlungsweiten Befall mit Legionellen.

Brandbrief: https://lichtenrade-solidarisch.de/brandbrief-gegen-adler/

MINA: https://lichtenrade-solidarisch.de/mina/